Wein
Traditionelle Trinkgefäße für Wein. © livingsigns

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Georgischer Wein

Im Osten Georgiens, eingebettet zwischen dem großen und kleinen Kaukasus, liegt das Weinanbaugebiet Kachetien. Zwischen den sanften Hügeln, vor einer Kulisse  schneebedeckter Berge finden sich immer wieder halbverfallene Ruinen christlicher Bauten. "Als Noah die Arche verließ, schenkte er den Georgiern einen Weinstock. Der Weinbau begann hier in Georgien" so erzählt mir mein Gastgeber die Geschichte des Weines. Die kachetischen Bauern sind freundlich und aufgeschlossen, aber als wir nach ihrem Wein fragen, lachen sie verschmitzt. "den haben wir schon selbst getrunken, zum Verkaufen ist da nichts mehr. Jetzt werden die Behälter gereinigt" Zu vermuten ist eher, dass sie  einen großen Teil der Trauben an die großen Winzer verkauft haben, die bis 2006 mit dem Weinverkauf enorme Gewinne erwirtschafteten.

Georgischer Wein wird von den Bauern nicht in Flaschen abgefüllt und verkorkt. Er wird in riesigen tönernen Behältern aufbewahrt, die in die Erde eingelassen werden, mit Schöpflöffeln herausgeholt und meist in einfache Plastikflaschen gefüllt. Früher wurde er aus Hörnern getrunken und in Krügen serviert, heute verkauft man die Hörner an die Touristen und verwendet lieber einfache, praktische Gläser. Als die Bauern bemerken, daß wir uns selbst für die leeren Behälter interessieren, findet sich selbstverständlich doch noch ein Fläschchen für die Gäste. 

Der Wein aus Kachetien war besonders in Russland beliebt der Export steigerte sich von Jahr zu Jahr. Umso härter traf es die Region, als im März 2006 von Russland aus eine Einfuhrsperre auf den georgischen Wein verhängt wurde, angeblich aufgrund von Pestizidrückständen. Die Sperre wurde auf den gesamten georgischen Wein, nicht nur auf einzelne Winzer verhängt und es wurden auch keine Proben untersucht, was politische Motive vermuten läßt. Weinabau für den Export im großen Stil in andere europäische Länder ist in Georgien erst in den Anfängen.

 
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