Tratsch mit Schwein
Tratsch mit Schwein. © livingsigns

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Der Markt in Tiflis

Granatäpfel, ganze Schweine, Berge von Mehl, Fische, Kräuter, Süßigkeiten. Der Markt in Tiflis ist ein sinnliches Feuerwerk von Gerüchen, Farben und Formen. Der Metzger zerteilt in der Mitte des Geschehens ein Tier, Frauen halten, lässig auf ein totes Schwein gestützt, ein Schwätzchen, Früchtehändler drapieren kunstvolle Obsttürme während Fischhändler laut ihre Ware anpreisen. Das georgische Essen ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und hier ist die Quelle der Genüsse. Die Fleischstände sind für west-europäisches Verständnis von Hygiene gewöhnungsbedürftig, aber die Händler haben nichts zu verbergen, der Stolz auf die Qualität und Frische ihrer Ware ist unübersehbar.

Bis auf die Straße hinaus zieht sich die Geschäftigkeit und geht über in die Stände der Kleinhandwerker, die unter Zelten oder freiem Himmel ihre Dienste anbieten. Ein kleiner, alter Mann schleppt, mit der einen Hand auf einen Stock gestützt, auf seinem Rücken ein Eisengestell in der Größe einer alten Nähmaschine. Als er es vor einem Geschäft aufbaut, gibt er sich als Scherenschleifer und seine Last als mobile Werkstatt zu erkennen. Seine Kunden scheinen schon auf ihn gewartet zu haben, denn der Alte hat sofort alle Hände voll zu tun. Stand an Stand bieten die Trödelhändler entlang dem Kuraufer alles an, was für irgendjemanden noch einen Wert haben könnte. Ein Spaziergang durch Tiflis ist wie ein Gang durch ein wohlsortiertes Warenhaus, in dem man vom Hut bis zur Kunst alles und  zu jedem Preis ergattern kann.

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